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Queap - Suchmaschine trifft Neuroinformatik

1 Rudy

Die Suchmaschine Queap, welche sich noch im Test- bzw. Lernstadium befindet, soll die Suche im Internet revolutionieren. Bisherige Suchmaschinen basieren auf einer Tag-Suche, d.h. Websites werden Wörter zugeordnet, und diese Quellen nach Relevanz, etwa die eingehenden Links oder die Ähnlichkeit der Suchanfrage mit textlichen Inhalten, sortiert.

Queap baut auf Software künstlicher Intelligenz auf, die das Vermögen zur Kategorisierung dem Menschen nachempfinden soll. Wer denkt das schon mal gehört zu haben hat wahrscheinlich recht, die Idee ist nicht neu, jedoch scheiterte die Theorie in der praktischen Anwendung aufgrund des hohen Anspruchs vergangener Algorithmen an die Rechenleistung der Computer bei einem schier unbegrenzten Informationspool wie dem Internet. Die Entwickler von Queap behaupten, dieses Problem gelöst zu haben und legen sogar noch einen drauf: Suchmaschinen mit ihrer patentierten Software sollen angeblich mit 20% der Energieleistung konventioneller Suchmaschinen auskommen. So könnte eine bessere Suche, die die SEO-Welt wahrscheinlich auf den Kopf stellen wird, auch noch was für die Umwelt tun.

Klingt erstmal alles nicht schlecht. Queap befindet sich noch in der Testphase und der Zugang ist den Testern vorbehalten, ich hoffe auf einen baldigen Test meinerseits, wenn das Teil online geht.

Quelle: Queap Blog

25.10.2008 16:40

2 Jörg

Interessant wird dann noch die Frage sein, wie spamsicher diese Algorithmen sind.

25.10.2008 23:27

3 Rudy

Das ist bestimmt ein interessanter Aspekt. Auch wenn die interne Arbeitsweise bei weitem meinen Horizont übersteigt, so habe ich doch schon einige Versuche mit neuronaler Software in Aktion gesehen. Deshalb gehe ich davon aus, dass wenn Queaps neuronales Netz wirklich so gut trainiert werden kann, es lange genug Inhalte als ganzes erfasst und den Kontext der Informationen im Internet kategorisiert, sollte es irgendwann "intelligent" genug sein (bzw. über genügend gesammeltes "Wissen" verfügen), um auch Spam oder Falschinformationen (wenn es genügend Vergleiche gibt) identifizieren zu können.

Vor allem aber sehe ich in Queap einen potentiellen Kandidaten, der das erreichen könnte, was semantic web zu tun versucht, nämlich logische Verknüpfungen vieler Informationsquellen zu schaffen und zugänglich zu machen - und das ohne dass wir unsere Websites mit RDF beschreiben, was so schnell kaum einer tun wird.

26.10.2008 10:00 | geändert: 26.10.2008 10:04

4 Roy von Queap (Gast)

Hallo,

interssante Fragen bzw. Beiträge.

Zunächst zur Frage nach Spam. Wir haben das neuronale Netz schon einst bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu Erkennung von Fälschungen ägyptischer Hieroglyphen angewandt. Spam ist im Grunde nichts anderes. es ist eine inhaltliche Anomalie für unser Gehirn. Eben gerade weil es im Gehirn nicht exakt zum inhaltlichen Cluster eines bestimmten Themas passt.

Nun heißt das nicht, dass Spam übergangen wird. Auch wir als Menschen übergehen Spam nicht, wir können es aber identifizieren und dann darüber hinwegsehen bzw. es direkt in den passenden Ordner einstellen. Genau dies kann auch das neuronale Netze, es verortet Spam dann an einer bestimmten Stelle. Wer Spam sucht, wird Spam finden. Auch das sollte man bedenken!

Zur Semantik, RDF usw. Klaus hat gerade gestern Abend einen wirklich guten Beitrag zu OWL geschrieben. Schaut enmal auf unserem Blog vorbei, es könnte interessant sein, sorry für das Spammen ;)

http://queap.wordpress.com/2008/10/25/ein-inside-bericht-aus-dem-queap-labor-autor-klaus/

Zum Bereich Serverkapazitäten möchte ich lediglich anmerken, dass wir es eben schafften aus einer exponentiellen Rechenoperation eines neuronalen Netzes, eine lineare zu erzeugen. Daneben kann emuliert auch hier wieder das neuronale Netz die Vorgänge der Natur. Es liegt eine ihm eigene Kompression der Daten zu Grunde, eben ganz so wie auch das menschliche Gehirn Daten komprimiert.

Danke für die Diskussion, Gruß


Roy

26.10.2008 12:57

5 Rudy

Hallo Roy,

schön zu hören, dass ich mit meiner Vermutung bezüglich des Spams in den Queap-Suchergebnissen nicht so falsch lag.

Der Beitrag von Klaus in eurem Blog ist sehr amüsant, besonders der Teil über das Semantic Web. Ich betrachte das Konzept ebenso als eine Vision, die in Ihrer Ausführung kaum realisierbar scheint. Wenn Ihr es tatsächlich schafft, das Semantik Web ohne OWL und Konsorten zu simulieren, ist euch der Erfolg jedenfalls sicher. Dafür lohnt sich auch ein Gang durch die Hölle :) Ich werde mit Interesse die weitere Entwicklung von Queap verfolgen.

27.10.2008 13:44

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