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GEZ-Gebühren für "neuartige Empfangsgeräte"

2 Jörg Kruse

Nun soll auch noch eine GEZ-Gebühr für Server in Kraft treten.

Es wird keine neue Gebühr geben - das Problem besteht in den Interpretationsmöglichkeiten der Erhebungsbasis:

Zitat von Petra Marwitz
Die denkbare Erhebungsbasis ist wegen der schwammigen Formulierung 'neuartige Empfangsgeräte' unbestimmt.. Auch wenn man derzeit bestimmte Kategorien nicht in die Gebührenpflicht einschließt, so istein späterer Ausbau nicht ausgeschlossen. Der wahre Umfang lässt sichalso nicht abschätzen.

Das Problem wäre aber gar nicht gegeben, wenn die Gebühr nicht für die potentiellen Empfangsgeräte, die in der Realität zu über 99% keine sind, verlangt würde, sondern nur für den realen Empfang. Technisch sollte so etwas inzwischen doch kein unüberwindliches Problem mehr darstellen, oder sehe ich das zu einfach? Aber dann würde die GEZ natürlich erheblich weniger Gebühren einstreichen..

11.09.2006 12:17 | geändert: 11.09.2006 12:19

3 Mario

allein schon die Interpretationsmöglichkeit der Erhebungsbasis bedeutet für mich ziemlich sicher neue Steuern für den Betrieb des Servers der in DE gehostet ist. Es lebe die schwammige Formulierung.

LG von Mario

11.09.2006 16:54

4 Christian

naja . . ich arbeite ja in dem Business, da stellt sich da doch die Frage, ob jemand für die Möglichkeit des Empfangs oder für den effektiven Empfang bezahlen soll. Fact ist, dass weder der Staat dem Bürger beweisen kann, dass er Programme empfängt noch der Bürger dem Staat, dass er die Programme nicht empfängt. Dies zumindest wenn empfangsbereite Geräte im Haushalt vorzufinden sind.

Also, was tun? Der technische Aufwand ist viel zu gross, als dass sich das für D, A oder CH rechnen würde, zumal in einigen Staaten die Gebühren nach vollkommen anderen Gebaren einkassiert werden. Das mit den Peilwagen ist ein Märchen, denn meines Wissens nach können nur gesendete Signale geortet werden, und nicht die Empfänger.


Gruss Christian

---- nix Signatur

11.09.2006 21:58

5 Jörg Kruse

Aber bei Computern, die über das Internet empfangen, wären die technischen Möglichkeiten schon andere als bei Fernseh- oder Radiogeräten, die terrestrisch emfangen? Bei letzteren kann ich ja auch verstehen, wenn diese zu 100% mit Gebühren belegt werden. Internetfähige Computer werden aber nur zu einem sehr geringen Anteil zum Empfang von Radiosendungen genutzt - und Fernsehsendungen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten werden in Deutschand bislang noch nicht einmal über das Internet gesendet

12.09.2006 07:54 | geändert: 12.09.2006 07:56

6 Christian

In der Schweiz ist es bis jetzt so, dass ab Bandbreite ISDN der Empfang von Radioprogrammen meldepflichtig ist. Bei Fernsehprogrammen muss der PX mindestens einen DSL (heisst glaube ich bei Euch so) Anschluss haben sowie ein Abonnement eines Streaminganbieters vorhanden sein.

TV also nicht einfach so, Radio kommst Du beinahe nicht drumherum. Wobei, ich bin überrascht wie viele bereits den PC als Empfänger nutzen!

---- nix Signatur

12.09.2006 14:51

7 Christian

und Fernsehsendungen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten werden in Deutschand bislang noch nicht einmal über das Internet gesendet

Ich weiss nicht, wie das Gesetz es genau in D sieht. In der Ch wird die SRG ("öffentlich") zum grössten Teil mit den Gebühren finanziert. Aber hier steht nicht im gesetz "für die öffentlichen Sender" sondern weil das alleinige Recht zum senden und Empfangen bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft liegt. Wer dieses Recht nutzen will, muss dafür eine "Miete" bezahlen. Soweit ich weiss, hat das Euer Fritz auch in etwa so eingerichtet . .. war halt vom militärischen her auf einmal bedeutend . . senden und empfangen, meine ich.

---- nix Signatur

12.09.2006 14:54

8 Jörg Kruse

Zitat von Christian
In der Schweiz ist es bis jetzt so, dass ab Bandbreite ISDN der Empfang von Radioprogrammen meldepflichtig ist. Bei Fernsehprogrammen muss der PX mindestens einen DSL (heisst glaube ich bei Euch so) Anschluss haben sowie ein Abonnement eines Streaminganbieters vorhanden sein.

Also bezahlt man in der Schweiz nur, wenn man auch empfängt? Das wäre aus meiner Sicht auch akzeptabel

In Deutschland soll man unabhängig davon bezahlen, ob ein Computer mit Internetanschluss Programme empfängt oder nicht, oder ob man irgendein Abo hat - Voraussetzung ist alleine, dass man mit dem Gerät theoretisch empfangen könnte

Für Privatpersonen, die bereits über einen Fernsehapparat verfügen, ändert sich nicht viel, und für viele größere Firmen wird eine Gebühr pro Standort auch nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Anders sieht es schon bei Kleingewerbetreibenden und Freiberuflern aus, die ihren PC nicht zum Radiohören, sondern zum Arbeiten nutzen. Und es trifft auch diejenigen Privatpersonen, die sich bewusst keinen Fernseher angeschafft haben, aber über einen internetfähigen PC verfügen

12.09.2006 18:14 | geändert: 12.09.2006 18:15

9 Mario

und weil's so schön ist, lese man für einmal die Bild

(Edit Jörg: Link zeigt jetzt eine andere Meldung, deswegen entfernt)

LG von Mario

12.09.2006 20:54 | geändert von Jörg: 13.09.2006 12:13

10 Jörg Kruse

Hier der entsprechende Bericht auf heise mit zahlreichen Links zu älteren Artikeln, in denen man die Entwicklungsgeschichte dieses Themas nachlesen kann:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/78109

Diese Regelung ist zwar schon etwas besser, aber auch 5,52 Euro sind in meinen Augen eigentlich nicht gerechtfertigt, solange man mit dem PC kein Radio hört.

13.09.2006 12:17 | geändert: 13.09.2006 12:18